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Eizellen- Und Spermienkryokonservierung

Eizellen- Und Spermienkryokonservierung

Eizellen- Und Spermienkryokonservierung

Die Kryokonservierung von Gameten und Embryonen wird seit vielen Jahren in verschiedenen Phasen der assistierten Reproduktionsmedizin eingesetzt. Embryonen, Spermien und – die technisch anspruchsvollere Methode – Eizellen können für die spätere Verwendung eingefroren werden. Überschüssige Embryonen oder medizinisch notwendige Fälle, wie die Vorbereitung des Endometriums oder die Vermeidung eines OHSS-Syndroms, sind häufige Gründe für die Kryokonservierung. Während Spermien und Embryonen seit Langem erfolgreich eingefroren werden können, war die Erfolgsrate bei der Eizellkryokonservierung früher deutlich geringer.

Die Struktur des Zytoplasmas, die Anordnung des genetischen Materials innerhalb der Eizelle sowie ihre Größe erschwerten den Einfrierprozess. Die Eizelle ist die größte Zelle des menschlichen Körpers und übernimmt in den ersten Entwicklungsstadien des Embryos eine schützende und versorgende Funktion. Dank moderner Technologien und neuer Kryokonservierungslösungen konnten in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt werden.

Unser Team erzielt heute auch mit kryokonservierten Eizellen hohe Erfolgsraten. Seit 2008 wurden Hunderte von Behandlungen erfolgreich durchgeführt. Unsere Klinik gehört zu den ersten Zentren in Europa, die die Eizellkryokonservierung intensiv eingesetzt und dabei hohe Erfolgsraten erreicht haben. Wir danken unseren Embryologen Ali Kızılkanat, Önder Çoban und Oğuzhan Hacıfazlıoğlu für ihren wertvollen Beitrag zu diesem Erfolg.

Technische Merkmale Der Eizellkryokonservierung

Damit eine Eizelle eingefroren werden kann, muss sie sich zunächst im sogenannten MII-Stadium (Metaphase II) befinden, also in einem befruchtungsfähigen Zustand. In diesem Stadium enthält die Eizelle einen spindelförmigen Zellkern mit 23 Chromosomen. Die übrigen 23 Chromosomen befinden sich außerhalb der Zelle und werden als Polkörperchen (Polar Body) bezeichnet.

Die größte Herausforderung bei der Eizellkryokonservierung ist die innerhalb der Zelle vorhandene Flüssigkeit. Während des Einfrierens kann diese Flüssigkeit Eiskristalle bilden, die Zellorganellen und genetisches Material schädigen oder zerstören können.

Aus diesem Grund muss vor dem Einfrieren möglichst viel Wasser aus der Zelle entfernt werden. Bei der Eizellkryokonservierung wird dies mithilfe speziell vorbereiteter Lösungen erreicht, die das Wasser schonend aus der Zelle herausführen und gleichzeitig durch eine spezielle Schutzlösung ersetzen.

Diese Lösung ähnelt in ihrer Funktion einem Frostschutzmittel und schützt die Zelle vor Schäden durch Eiskristallbildung. Dadurch entsteht ein Prozess, der als Verglasung (Vitrifikation) bezeichnet wird.

Heute werden für die Eizellkryokonservierung zwei unterschiedliche Techniken verwendet.

Diese Sind:

Langsames Einfrieren (Slow Freezing):
Nach der Lagerung in speziellen Kryokonservierungslösungen werden die Eizellen mithilfe eines Geräts schrittweise abgekühlt und eingefroren. Dabei werden die Eizellen in der Regel langsam auf Temperaturen von etwa -30 bis -35 °C heruntergekühlt und anschließend in flüssigen Stickstoff bei -196 °C überführt.

Obwohl das langsame Einfrieren bei Spermien und Embryonen erfolgreich angewendet werden konnte, wurde diese Methode für die Eizellkryokonservierung aufgrund unzureichender Erfolgsraten weitgehend aufgegeben.

Heute wird die Eizellkryokonservierung überwiegend mit der Vitrifikationstechnik durchgeführt.

Schnelles Einfrieren – Vitrifikation (Verglasung)

Diese Methode wird seit vielen Jahren erfolgreich zur Kryokonservierung von Embryonen und Spermien eingesetzt und wurde weiterentwickelt, um auch für die Eizellkryokonservierung geeignet zu sein. Dabei wird die Zelle innerhalb kürzester Zeit von Raumtemperatur (ca. 24 °C) auf Temperaturen von bis zu -186 °C abgekühlt. Während die Kryokonservierung von Spermien und Embryonen bereits lange erfolgreich angewendet wurde, war die Eizellkryokonservierung bis vor einigen Jahren deutlich schwieriger.

Die Struktur des Zytoplasmas der unbefruchteten Eizelle, die Anordnung des genetischen Materials innerhalb des Zytoplasmas sowie die Größe der Zelle erschwerten die Anwendung dieser Technik.

Dank neuer Verfahren und moderner Kryokonservierungslösungen wurden in den letzten Jahren jedoch erhebliche Fortschritte erzielt. Heute können auch mit eingefrorenen Eizellen hohe Erfolgsraten erreicht werden. Obwohl die Grundtechnik gleich ist, können die Protokolle von Klinik zu Klinik unterschiedlich sein. In unserer Klinik verwenden wir speziell entwickelte Kryokonservierungslösungen und ein eigenes Protokoll, das auf langjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten basiert. Selbst wenn die Anweisungen für kommerziell erhältliche Lösungen und Kryoträger exakt befolgt werden, lassen sich nicht immer optimale Ergebnisse erzielen. Daher ist es für jede Klinik unvermeidbar, eigene Anpassungs- und Optimierungsprozesse durchzuführen.

Für Welche Patientinnen Ist Die Eizellkryokonservierung Geeignet?

1 – Frauen, die ihren Kinderwunsch aufgrund ihrer beruflichen oder persönlichen Lebensplanung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben möchten.

2 – Frauen, die sich belastenden Krebsbehandlungen wie Chemotherapie oder Strahlentherapie unterziehen müssen. Da diese Behandlungen die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigen können, werden Eizellen oder Eierstockgewebe vor Beginn der Therapie eingefroren und aufbewahrt.

3 – Wenn im Rahmen einer IVF-Behandlung Eizellen gewonnen wurden, jedoch keine Spermien verfügbar sind. In solchen Fällen können die Eizellen für eine spätere Behandlung eingefroren werden. Manchmal treten unvorhergesehene Situationen auf, beispielsweise wenn der Partner keine Samenprobe abgeben kann, eine Reise verpasst oder erkrankt.

4 – Wenn gespendete Eizellen nicht sofort verwendet werden oder überschüssige Eizellen vorhanden sind. Diese können für eine spätere Nutzung eingefroren werden.

Bei Frauen mit einer geringen Eizellproduktion können Eizellen über mehrere Behandlungszyklen hinweg gesammelt und eingefroren werden („Pooling“). Später werden alle Eizellen gemeinsam aufgetaut, um eine größere Anzahl von Embryonen zu erzeugen und die Erfolgschancen zu erhöhen.

Wie Werden Eizellen Gewonnen?

Der erste Schritt besteht in der Vorbereitung der Patientin durch verschiedene medizinische Maßnahmen. Zur Förderung der Eizellreifung wird eine hormonelle Behandlung durchgeführt, die als Ovulationsinduktion bezeichnet wird. Alternativ kann auch die natürliche Eizellentwicklung überwacht werden.

Der Zeitraum zwischen Beginn der medikamentösen Behandlung und der Eizellentnahme beträgt in der Regel etwa 10 bis 15 Tage. Da die Medikamente zu Hause angewendet werden können, genügt in den meisten Fällen ein Besuch in unserem Zentrum zur Eizellentnahme.

Wie bei anderen IVF-Behandlungen werden die Eizellen nach der hormonellen Stimulation oder nach Beobachtung des natürlichen Zyklus unter Vollnarkose entnommen. Da es sich um einen invasiven Eingriff handelt, wird eine Anästhesie empfohlen. Einige Kliniken verwenden beruhigende Medikamente wie Dormicum, jedoch ist die Durchführung unter Aufsicht eines Facharztes für Anästhesie die sicherste und komfortabelste Lösung.

Unter Anästhesie werden die Flüssigkeiten aus den Follikeln der Eierstöcke über die Scheide entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Die gewonnenen Eizellen werden identifiziert und in Inkubatoren gelagert. Reife Eizellen werden ausgewählt und für die Kryokonservierung vorbereitet.

Am Ende des Verfahrens werden die Eizellen in flüssigen Stickstoff überführt und eingefroren. Mit dieser als Vitrifikation (Verglasung) bezeichneten Methode können hohe Erfolgsraten erzielt werden.

Wir gehen davon aus, dass eingefrorene Eizellen über viele Jahre hinweg ohne Qualitätsverlust gelagert werden können. Nach unserer Erfahrung ist eine sichere Lagerung von mindestens fünf Jahren möglich.

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