Diese Methode wird seit vielen Jahren erfolgreich zur Kryokonservierung von Embryonen und Spermien eingesetzt und wurde weiterentwickelt, um auch für die Eizellkryokonservierung geeignet zu sein. Dabei wird die Zelle innerhalb kürzester Zeit von Raumtemperatur (ca. 24 °C) auf Temperaturen von bis zu -186 °C abgekühlt. Während die Kryokonservierung von Spermien und Embryonen bereits lange erfolgreich angewendet wurde, war die Eizellkryokonservierung bis vor einigen Jahren deutlich schwieriger.
Die Struktur des Zytoplasmas der unbefruchteten Eizelle, die Anordnung des genetischen Materials innerhalb des Zytoplasmas sowie die Größe der Zelle erschwerten die Anwendung dieser Technik.
Dank neuer Verfahren und moderner Kryokonservierungslösungen wurden in den letzten Jahren jedoch erhebliche Fortschritte erzielt. Heute können auch mit eingefrorenen Eizellen hohe Erfolgsraten erreicht werden. Obwohl die Grundtechnik gleich ist, können die Protokolle von Klinik zu Klinik unterschiedlich sein. In unserer Klinik verwenden wir speziell entwickelte Kryokonservierungslösungen und ein eigenes Protokoll, das auf langjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten basiert. Selbst wenn die Anweisungen für kommerziell erhältliche Lösungen und Kryoträger exakt befolgt werden, lassen sich nicht immer optimale Ergebnisse erzielen. Daher ist es für jede Klinik unvermeidbar, eigene Anpassungs- und Optimierungsprozesse durchzuführen.
Für Welche Patientinnen Ist Die Eizellkryokonservierung Geeignet?
1 – Frauen, die ihren Kinderwunsch aufgrund ihrer beruflichen oder persönlichen Lebensplanung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben möchten.
2 – Frauen, die sich belastenden Krebsbehandlungen wie Chemotherapie oder Strahlentherapie unterziehen müssen. Da diese Behandlungen die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigen können, werden Eizellen oder Eierstockgewebe vor Beginn der Therapie eingefroren und aufbewahrt.
3 – Wenn im Rahmen einer IVF-Behandlung Eizellen gewonnen wurden, jedoch keine Spermien verfügbar sind. In solchen Fällen können die Eizellen für eine spätere Behandlung eingefroren werden. Manchmal treten unvorhergesehene Situationen auf, beispielsweise wenn der Partner keine Samenprobe abgeben kann, eine Reise verpasst oder erkrankt.
4 – Wenn gespendete Eizellen nicht sofort verwendet werden oder überschüssige Eizellen vorhanden sind. Diese können für eine spätere Nutzung eingefroren werden.
Bei Frauen mit einer geringen Eizellproduktion können Eizellen über mehrere Behandlungszyklen hinweg gesammelt und eingefroren werden („Pooling“). Später werden alle Eizellen gemeinsam aufgetaut, um eine größere Anzahl von Embryonen zu erzeugen und die Erfolgschancen zu erhöhen.
Wie Werden Eizellen Gewonnen?
Der erste Schritt besteht in der Vorbereitung der Patientin durch verschiedene medizinische Maßnahmen. Zur Förderung der Eizellreifung wird eine hormonelle Behandlung durchgeführt, die als Ovulationsinduktion bezeichnet wird. Alternativ kann auch die natürliche Eizellentwicklung überwacht werden.
Der Zeitraum zwischen Beginn der medikamentösen Behandlung und der Eizellentnahme beträgt in der Regel etwa 10 bis 15 Tage. Da die Medikamente zu Hause angewendet werden können, genügt in den meisten Fällen ein Besuch in unserem Zentrum zur Eizellentnahme.
Wie bei anderen IVF-Behandlungen werden die Eizellen nach der hormonellen Stimulation oder nach Beobachtung des natürlichen Zyklus unter Vollnarkose entnommen. Da es sich um einen invasiven Eingriff handelt, wird eine Anästhesie empfohlen. Einige Kliniken verwenden beruhigende Medikamente wie Dormicum, jedoch ist die Durchführung unter Aufsicht eines Facharztes für Anästhesie die sicherste und komfortabelste Lösung.
Unter Anästhesie werden die Flüssigkeiten aus den Follikeln der Eierstöcke über die Scheide entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Die gewonnenen Eizellen werden identifiziert und in Inkubatoren gelagert. Reife Eizellen werden ausgewählt und für die Kryokonservierung vorbereitet.
Am Ende des Verfahrens werden die Eizellen in flüssigen Stickstoff überführt und eingefroren. Mit dieser als Vitrifikation (Verglasung) bezeichneten Methode können hohe Erfolgsraten erzielt werden.
Wir gehen davon aus, dass eingefrorene Eizellen über viele Jahre hinweg ohne Qualitätsverlust gelagert werden können. Nach unserer Erfahrung ist eine sichere Lagerung von mindestens fünf Jahren möglich.